RAT BESCHLIESST DEN KAUF DER EHEMALIGEN KHD-VERWALTUNG!

AUS DER KUNST MOTIVIERT: JETZT IST ZEIT!

DIE KUNST DER TRANSFORMATION!

RAT BESCHLIESST DEN KAUF DER EHEMALIGEN KHD-VERWALTUNG!

Mit Erfolg gehen Bürger*innen und Politiker*innen am Samstag, den 14. August 2021 von 14 Uhr bis 16 Uhr gemeinsam auf die Straße und engagieren sich für die Umsetzung der Ratsbeschlüsse zum Otto-&-Langen-Quartier! Die einzigartige Kundgebung initiiert von raum13 setzt auf dem Heumarkt ein weiteres Zeichen für eine neue Stadtentwicklung in Köln und ist als ein wichtiger Meilenstein zu begreifen und einer der vielen Bausteine der Gesamtstrategie. Zuvor konnte das von raum13 in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zur Klärung der rechtlichen Fragen beitragen. Wir freuen uns sehr, dass unser festes Vertrauen in unsere politischen Vertreter*innen nicht enttäuscht wurde und die politisch getroffenen Entscheidungen zur verwaltungstechnischen Umsetzung gebracht wurden. Jetzt ist der Weg frei für eine nachhaltige und und zukunftsorientierte Stadtentwicklung des Otto-&-Langen-Quartiers, die die Gemeinwohlrendite für alle Kölner*innen in den Vordergrund stellt! Wir freuen uns, den gemeinsam beschrittenen Weg mit den Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung weiter fortsetzten zu können.

„Wir kaufen! Wir stehen zu unseren Beschlüssen!, Wir halten Kurs!“ BÜNDNIS 90 / Die Grünen Köln - Ratsfrau Brigitta von Bülow, CDU - Serap Güler, NRW Staatssekretärin für Integration und Bundestags-Kandidatin für den Wahlkreis Köln-Mülheim / Leverkusen und Stellvertretende Parteivorsitzende der Köln CDU, VOLT Köln - Ratsfrau Isabella Venturini, SPD - Ratsfrau Maria Helmis, DIE LINKE – Jörg Detjen, DIE PARTEI - Ratsfrau Beate Dickas. (14. August 2021)

Zahlreiche Unterstützer und Mitdenkerinnen engagierten sich mit Forderungen, Plänen und Stellungnahmen für raum13, für das Quartier und für die Stadt der Zukunft! Auf der Bühne: Markus Berges – Erdmöbel, Dr. Witich Roßmann - DGB Köln, Kalle Gerigk - Mietrebell, Prof. Dr. Christof breidenich- Hochschule Macromedia, David J. Becher - UtopiaStadt, Mia - FFF, Dr. Winfried Gellner - ehem. Kulturamt Köln, Florian Lenz - Performancekünstler, Barbara Schachtner Sängerin & Performancekünstlerin, Lale Konuk - Vorständin KulturNetzKöln, Jan Pehoviak - Vorstand klug e.V./ WandelWerk, Anke von Heyl - Autorin, Anton Schneider - ehemaliger Vorsitzender KHD, Hermann Hollmann - Vorsitzender Kölner Kulturrat, Katharina Klein - Jugendbauhütte, Judith Behmer - Ebertplatz, Meryem Erkus - Kulturhof Kalk, Elise Teitz- Kunst und Gewerbehof Mülheim Süd, Thomas Baumgärtel - Bananensprayer, Odo Rumpf - Odonien, Martin Schmittseifer - jack in the box/westspitze, Thomas Schmeckpeper - Urban Netways, Wolfgang Stoecker - Internationales Staubarchiv, Jens Schönlau - Markenentwickler Grandios moderiert wurde die Kundgebung von Komponist und Kulturaktivist Matthias Hornschuh und technisch hat Jonas Anders (totalanders Veranstaltungstechnik) den Boden bereitet. Dokumentationsfotos: Thea kuhs

  • JETZT Umsetzung der Kölner Ratsbeschlüsse und der Bündnisvereinbarung von Grüne, CDU und Volt hinsichtlich des Otto-&-Langen-Quartiers und raum13
  • JETZT Kauf der ehemaligen KHD-Hauptverwaltung und des NRW Urban Geländes durch die Stadt Köln für eine gemeinwohorientierte Entwicklung
  • JETZT Sicherung des weltweit einmaligen historischen Ortes
  • JETZT Sicherung von raum13 und Wiederbelebung des Deutzer Zentralwerks der Schönen Künste als Ankerpunkt für das OLQ
  • JETZT Schaffung von Bedingungen für am Menschen orientierte Quartiersentwicklung statt an größtmöglicher Rendite

FAZ 28.8. 2021

Köln kauft Kunstfabrik

„Wer regiert die Stadt?“ 

In Köln ist diese Frage fürs Erste beantwortet: der Stadtrat. Die Antwort ergibt sich zwar aus der Gemeindeordnung, aber Vertreter aller Ratsfraktionen hielten es unlängst dennoch für nötig, sich zu einer Kundgebung auf dem Heumarkt zu versammeln, wo das Plakat mit der Machtfrage geschwenkt wurde.

Einstimmig hatte der Rat beschlossen, dass die Stadt ihr Vorkausfrecht ausüben solle, um ein rechtsrheinisches Fabrikgelände, die frühere Hauptverwaltung der Klöckner-Humboldt-Deutz AG zu erwerben. Die 1864 als N.A. Otto & Compagnie gegründete Firma stellte in der damals noch selbständigen Stadt Deutz 1876 an den Ottomotor her. 2007 verlegt die nunmehrige Deutz AG ihren Hauptsitz innerhalb des Kölner Stadtgebiets in den Südosten nach Porz.

Besitz an der Industriebrache ergriffen die Natur und die Kunst – letztere in Gestalt einer Initiative, die im Backsteinbau der Konzernzentrale ein „Zentralwerk der Schönen Künste“ einrichtete. Der private Eigentümer schloss einen Kaufvertrag mit einem anderen Investor und setzte gegen die Künstler eine Räumungsklage durch. Die Stadtverwaltung meldete zunächst juristischen Prüfungsbedarf an; jetzt wird sie den Ratsbeschluss doch umsetzten und die Stadt in den Vertrag eintreten. Ein Musterwerk neuen Typs soll entstehen, ein Labor der Stadtentwicklung. pba

Die Stadt wird die ehemalige KHD-Hauptverwaltung in Mülheim kaufen, über deren Zukunft seit Monaten gestritten wird. Das vom Stadtrat beschlossene Vorkaufsrecht wird umgesetzt, so Stadtentwicklungsdezernent Markus Greitemann. Damit tritt die Stadt in den privaten Kaufvertrag zwischen dem Immobilienentwickler Jamestown und dem Vorbesitzer des großen, denkmalgeschützten Gebäudekomplexes ein.

Jamestown-Chef Christoph Kahl sagte im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass er die Entscheidung für falsch halte, sie aber akzeptiere, und rechtlich nicht dagegen vorgehen werden. Weitere Verhandlungen mit der Stadt machten keinen Sinn. „Wir haben ein Angebot gemacht, das die Politik nicht will. Damit kann ich leben.“ Greitemann sagte, er habe hohen Respekt davor, dass der Investor nicht juristisch gegen die Stadt vorgehen werde. Der Kauf solle so schnell wie möglich abgewickelt werden.

Zögerliche Stadtspitze

Jamestown hatte den geschichtsträchtigen Backsteinbau an der Deutz-Mülheimer Straße für 21 Millionen Euro vom Vorbesitzer Gottfried Eggerbauer gekauft, der sich zuvor allen Gesprächen und Verhandlungen mit der Stadt widersetzt hatte. Diese Blockade habe man aufgelöst, so Kahl. Nun sei die Stadt am Zug. In den vergangenen Wochen war immer wieder Kritik an den Verantwortlichen in der Stadtspitze laut geworden. Vertreter des Ratsbündnisses von Grünen, CDU und Volt sowie Vertreter von SPD und Linken hatten der Verwaltung vorgeworfen, einstimmige Ratsbeschlüsse nicht umzusetzen. Zuletzt war die Kritik bei der Demonstration am vergangenen Samstag auf dem Heumarkt laut geworden, zu der die Künstler der Initiative „Raum 13“ und ihre Unterstützer aufgefordert hatten.

Die Initiative hatte über zehn Jahre aus der alten KHD-Hauptverwaltung das „Zentralwerk der schönen Künste“ gemacht. Zusammen mit Architekten, Stadtentwicklungsexperten und viel Prominenz werben sie dafür, aus dem sogenannten „Otto-und-Langen-Quartier“ ein Musterquartier für die Stadt der Zukunft zu machen und hier einen gemeinwohlorientierten, offenen Entwicklungsprozess zu starten.

Die Stadtspitze hatte unabhängig von den klaren Vorgaben der Politik damit begonnen, mit Jamestown zu verhandeln. Nun ist aus der Stadtverwaltung zu hören, dass die Idee, den Immobilienentwickler mit seiner Erfahrung im Umgang mit alten Industriearealen bei der weiteren Entwicklung einzubeziehen, auch nach Vollzug des Vorkaufsrechts noch nicht vom Tisch ist. So könnte die Stadt nach dem Kauf des Areals Jamestown einzelne Industriehallen – die meisten gehören noch dem Land NRW – zur Entwicklung auf der Basis eines Erbpachtvertrags anbieten. Christoph Kahl sagte auf Anfrage, dass es noch zu früh sei, um über so etwas zu spekulieren. Im Interesse von Jamestown würde die Entwicklung ganzer Standorte und Quartiere liegen, nicht die Sanierung einzelner Gebäude. „Die Stadt steht nun vor einer großen Herausforderung, damit am Ende was Vernünftiges rauskommt“, so Kahl.

Herausfordernd dürfte auch werden, eine Organisationsform für die weitere Entwicklung des Areals zu finden. Die Künstler schlagen die Gründung einer Projektentwicklungsgesellschaft vor, die Leitlinien für die Quartiersentwicklung formuliert und dann möglicherweise einzelne Parzellen mit bestimmten Vorgaben an Partner vergibt. Grundlage sollen Konzepte sein, die im Umfeld von Raum 13 in den vergangenen Jahren entwickelt wurden und die einen Nutzungsmix aus Wohnen, Gewerbe, Kunst und Bildung vorsehen. Größter Knackpunkt dürfte die Vorstellung sein, hier ergebnisoffene Entwicklungen zuzulassen, die über viele Jahre Freiräume und Experimentierfelder für innovative Ideen im Umgang mit städtischen Zukunftsaufgaben ermöglichen. So ein Reallabor wäre für eine Stadt wie Köln etwas völlig Neues. In dieser Größe – es geht um sechs Hektar Land mit einer erhaltenswerten, aber zum Teil baufälligen Industriearchitektur – wäre es sogar europaweit einmalig. Ob und wie sich die Stadt auf solch ein Experiment einlassen wird, ist genau wie die Frage, welche Rolle die Künstler dabei spielen können, noch völlig offen. Greitemann sagte am Mittwoch, dass aktuell diskutiert werde, wer konkret die Entwicklung des Areals übernehmen wird.

 

Erfolgreiche Strategie