SCHÖNHEIT DER VERGÄNGLICHKEIT #3 -1

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2012 - 2015 | raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

In den Jahren 2012 – 2015 arbeitet raum13 Kolacek & Leßle an der Trilogie Schönheit der Vergänglichkeit #3-1. Ein urbanes Kunstprojekt, das die Räume des einstigen Weltkonzerns Klöckner-Humboldt-Deutz neu nutzt, seine traditionsreiche Geschichte aufgreift und sie in Analogie zu modernen gesellschaftlichen Umbrüchen und Strukturen setzt. 

Konzept | Idee | künstlerische Leitung: raum13 Kolacek & Leßle

raum13 Stadtkunstprojekt

Der Stadtraum ist einem stetigen Wandel unterworfen, was heute modern ist, ist morgen veraltet und uninteressant. Ein besonderes Beispiel dafür ist die rechtsrheinische Kölner Industriebrache zwischen Zoo- und Mülheimer Brücke. In den 1860ern Wiege des Ottomotors und damit Ausgangspunkt der Weltmotorisierung, stehen heute dort verlassene Werkshallen und Verwaltungsgebäude und warten dornröschenartig auf ihre weitere Verwendung oder wandeln sich zu (Sub)- Kulturstätten aller Art. Die Umwandlung dieses Stadtraums über Generationen hinweg ist beispielhaft für die Umwälzung unserer Gesellschaft und steht im Fokus der künstlerischen Arbeit von raum13 Kolacek & Leßle.

Diese beeindruckende größte Brachlandschaft in Köln mit ihren zahlreichen Baudenkmälern erlebt nun in ihrem einstmaligen Herzstück eine neue Blüte. Die ehemalige Hauptverwaltung der Klöckner Humboldt Deutz Werke transformiert sich bis auf weiteres auf Initiative von raum13 Kolacek & Leßle in das wohl größte urbane Kunstprojekt Kölns und bietet ein Forum und Arbeitszentrum für junge, zeitgenössische Kunst.

Mit Schönheit der Vergänglichkeit #3 - #1 reisen wir durch die Zeit von heute bis in das Gründungsjahr der Motorenwerke. Hier begann im 19. Jht die Weltmotorisierung und damit auch das uns prägende Erdölzeitalter, heute stehen wir am Ende dessen. In unserer Arbeit lassen wir Generationen miteinander kommunizieren. Träume, Ängste und Weltbilder zeigen den Wandel der Zeit. Ehemalige Mitarbeiter des einstigen Weltkonzerns, die Architektur der Gebäude, die hinterlassenen Einrichtungsgegenstände, sowie Akten, Briefumschläge, Fotos von Betriebsratswahlen und vieles mehr sind unsere Zeugen der Zeit.

Mit Schönheit der Vergänglichkeit #3_Wohlstand für alle, den ersten Teil unserer Reihe, setzten wir einen Schwerpunkt auf die Jahre 1950 bis heute. Den Mittelpunkt unserer Arbeit bilden der Ort, die Menschen und ihre Geschichte(n). 

Schönheit der Vergänglichkeit #2_KriegsBlickeTeil 2 der Trilogie beschäftigt sich mit dem Thema (Welt-)Krieg, das die Moderne prägt wie kaum ein anderes. Die riesige Industriebrache der ehemaligen KHD-Werke gilt dabei sowohl als Zeuge der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert wie zugleich auch als Ausgangspunkt für moderne Formen der Kriegsführung. Kriegsblicke begibt sich auf die Spurensuche nach den Voraussetzungen des Krieges sowie seinen Entstehungsbedingungen und oszilliert dabei permanent zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

AUSGEZEICHNET MIT DEM KURT-HACKENBERG PREIS FÜR POLITISCHES THEATER

NOMINIERT FÜR DEN KÖLNER THEATERPREIS 2013

Schönheit der Vergänglichkeit #1_In 80 Tagen um die Welt , die 3. thematische Setzung in unserer Arbeit, vervollständigte die TriloieIn 80 Tagen um die Welt ist eine spartenübergreifende Theaterinstallation, die die Anfänge der Industrialisierung, Mobilität und Weltmotorisierung im 19. Jhd. in den Blick nimmt und nach den Ursprüngen unserer mobilen und international vernetzten Gesellschaft fragt. Mit dem Slogan „Höher, schneller, weiter“ wird aber nicht nur das technikbegeisterte 19. Jhd., sondern auch unsere digitalisierte und auf Leistung- und Produktivitätssteigerung setzende heutige Gesellschaft künstlerisch hinterfragt und beleuchtet.

NOMINIERT FÜR DEN KURT-HACKENBERG PREIS FÜR POLITISCHES THEATER

Überwältigt durch die Aura dieser leer stehenden, riesigen Industrieflächen und den alten Verwaltungsgebäuden des einstigen Weltkonzerns KHD, und erschrocken über die Zerstörung im Innern der Gebäude und den spürbar menschlichen Parallellwelten von Obdachlosen, Kupferdieben, Junkies und Aktionkids zu der unseren bürgerlichen sichtbaren Gesellschaft, wollten wir mehr über diesen, unseren Raum im Jetzt und in seiner Vergangenheit in die Zukunft blickend erfahren. So gehen wir auf Spurensuche, am Ort, seiner Stadt und der ihn kontextualisierenden Region. Maximal historisch denkend, maximal (post-) modern. Durch das Suchen nach verborgenen Spuren, graben wir nach Verschüttetem legen Zeitschichten frei und legen diese übereinander. Wir graben, wo wir stehen, um uns gen Zukunft zu bewegen.

Was erzählt uns dieser brachiale Zeuge der industriellen Revolution des 19. Jahrhundert? Und wofür war er Ausgangspunkt? Was erzählt uns die Architektur der Gebäude? Und was lässt sich aus den hinterlassenen Einrichtungsgegenständen, sowie Akten, Briefumschlägen und Fotos von Betriebsratswahlen lesen? Wer hat hier wie für wen gearbeitet? Wo arbeiten und leben die Menschen jetzt? Was haben Sie zu erzählen? Wie kam und kommt es zu diesen Zerstörungen? Innerhalb einer Europäische Krise? Einer Krise des kapitalistischen Systems? Im Aufstieg und Niedergang einer Epoche? Ist gar ein Ende der Großindustrie Europa am Horizont (un-)sichtbar? Der Beginn einer weiteren, noch unbekannten Globalisierung? Anja Kolacek und Marc Leßle

Darüber hinaus öffnen Anja Kolacek und Marc Leßle das Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste für nationale und internationale Theater- und Kunstproduktionen, die sich mit dem Thema 150 Jahre Industrialisierung und die damit einhergehende Wandlung von gesellschaftlichen Strukturen beschäftigen. raum13 erstellt so ein künstlerisches Kaleidoskop gesellschaftlicher Momentaufnahmen: Gestern, Heute und Morgen.

Unsere thematischen Kooperationsprojekte in 2012:
Unsere thematischen Kooperationsprojekte in 2013:
Unsere thematischen Kooperationsprojekte in 2014:

Besetzung

Konzept | Idee | künstlerische Leitung: raum13 Kolacek & Leßle