JUNG! NA UND!

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JUNG! NA UND! ist die raum13 Plattform für die JUNGE SZENE mit dem Ziel junge Künstler zu fördern und zu fordern. Wo lernt man besser als in konkreten Arbeitsprozessen? raum13 als Experimental –Labor für junge Kreative in dem sie unter realen Bedingungen ihre ersten eigenen Projekte realisieren können. Ab 2012 stellen in regelmäßigen Abständen junge Talente aus den verschiedenen Sparten ihre Arbeitsergebnisse dem Publikum vor. 

Neben der Auseinandersetzung mit aktuellen und gesellschaftspolitischen Themen, steht die Zusammenarbeit mit und die Förderung von jungen KünstlerInnen im Zentrum der Arbeit von Anja Kolacek und Marc Leßle, den Gründern und künstlerischen Leitern von raum13.

 

JUNG? NA UND! 2012

Den Anfang machte 2012 das Künstlerkollektiv: Helena Aljona Kühn, André Fängler, Alessandro de Matteis, Evi Blink mit der Uraufführung ihres Bühnenstücks Von der Unendlichkeit der Endlichkeit. Uraufführung ist am 5.5.2012 um 20h.

 

JUNG? NA UND! 2013 

Fotos zum Festival: http://www.heidelberg-fotograf.de/raum13_jung.htm

Thema 1: EUROPA

Der 1. Themenkomplex ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage in Europa. Die inhaltliche Fokussierung und Wahl der künstlerischen Mittel liegt komplett bei den NachwuchskünstlerInnen.

Thema 2: ZERBOMBT

Beim 2. Themenkomplex dient Sarah Kanes “Zerbombt” lediglich als ein Ausgangspunkt, um sich mit den im Stück thematisierten Problem-Feldern zu beschäftigen. Angestrebt sind hier keinesfalls textgetreue Inszenierungen; vielmehr sollen hier über die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Vorlage eigene und innovative Arbeiten entstehen.

Neben der thematischen Fokussierung dient die Spielstätte – das raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste – ebenfalls als Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke, sein sich anschließender Innenhof sowie die verlassenen Werkshallen stehen exemplarisch für den gesellschaftlichen und architektonischen Wandel unserer Zeit und bieten den Projekten eine Bühne abseits des Guckkastenprinzips.

Projektleitung: Verena Bildhauer, Pola Groß, Florian Lenz

Mehr zu den einzelnen Projekten:

a place of fantasy and make-believe

Uraufführung/ Freitag 25.Oktober 2013, 20 Uhr/ raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

Europa ist eine Heterotopie, ein Disneyland und ist es immer schon gewesen. Nie hat die Idee 'Europa' identitätsstiftend gewirkt, nicht der Gemeinplatz der Menschenrechte wird an den Grenzen Europas und darüber hinaus verteidigt, sondern der Wohlstand. Der andere Weg führt über Zuckerwattewolken ins Schlaraffenland. Lass es uns auf den Versuch ankommen und es mit affektierender Popmusik versuchen. Soll dieser Gemeinplatz uns eine gemeinsame zuckersüße Identität stiften und nennen wir es Revue.

Von und mit: Thomas Bartling und Henning Bekermann

http://www.heidelberg-fotograf.de/raum13_jung_bartling.htm

Thomas Bartling studiert Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Zuvor studierte er Theaterwissenschaft und Theaterpädagogik in Bochum und Osnabrück. Seine Performances und Installationen beschäftigen sich häufig mit Gender-,Postkolonial- und Human-Animal Studies. Innerhalb des Studiums arbeitete er unter anderem mit Heiner Goebbels, Antonia Baehr und Johann Kresnik zusammen.

Henning Bekermann studiert Darstellendes Spiel an der Universität der Künste in Berlin. Zuvor studierte er Germanistik und Kunst an der Universität Osnabrück. In seinen malerischen und collagierten Studien beschäftigt er sich zum einen mit der Konstruktion von Stadtwelten und zum anderen mit der collagierten Darstellung der umgebenden Welt. Die künstlerischen und szenischen Arbeiten umkreisen immer wieder das Grenzgebiet der Collage. Innerhalb seines Studiums wurde er 2010, 2011 und 2012 aufgrund von herausragenden Leistungen im Fach Kunst für den Piepenbrock Kunstförderpreis nominiert.

 

Zwillingskriege

Uraufführung/ 25. Oktober 2013, 20.30 Uhr/ raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

Ein Theaterstück, zwei Schauspielerinnen, 30 Minuten und viel Herzblut. Ein heruntergekommenes Hotel, zwei verkorkste Zwillingsschwestern, keine Gäste, Krieg und der krampfhafte Versuch sich an einer absurden Illusion festzuklammern.

Von und mit: Maëlle Giovanetti und Sindy Tscherrig

Sindy Tscherrig wird in Zürich geboren und wächst dort auf. Von 2008 bis 2012 studiert sie Physical Theatre an der Folkwang UdK. Ihre Diplomarbeit „Gefriergetrocknet“ (Zusammenarbeit mit Lisa Balzer) wird mit dem Folkwangpreis ausgezeichnet und auf das Physical Theatre Festival Essen eingeladen. Sindy ist zweimalige Stipendiatin des Migros Kulturprozents, im Sommer 2013 erhielt sie von der Familie Flöz ein Stipendium für die Sommerakademie. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als freiberufliche Schauspielerin und spielte bisher unter anderem am FWT Köln, am Schauspiel Essen und am Maschinenhaus Essen.

Maëlle Giovanetti wächst als Deutsch-Französin in Berlin auf. 2008 bis 2012 besucht sie die Folkwang Universität der Künste in Essen, um Schauspiel zu studieren. Während ihres Studiums schreibt und spielt sie ein französischsprachiges Klassenzimmerstück für das Westfälische Landestheater. Es folgen Gastengagements in Luxemburg, bei der Ruhrtriennale, am Schauspiel Essen, am Bochumer Schauspielhaus und bei dem Theaterkollektiv „per. Vers“ in Düsseldorf. Seit 2012 arbeitet Maëlle als freischaffende Schauspielerin in Film- und Fernsehen und auf der Bühne.

Danksagung: Danke an Familie Kath. Danke an die Sperrmüller des Ruhrgebiets.

http://www.heidelberg-fotograf.de/raum13_jung_maelle.htm 

 

Bonus Ende

Uraufführung/ 25. Oktober 2013, 21.15 Uhr/ raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

Es würde um eine Sucht gehen, um die Geschichte einer Sucht gehen, nein, um eine Suche....Um eine Suche nach der Ursache dieser Schuld, nein nach der Ungerechtigkeit, um  die systematische Ungerechtigkeit. Es würde um die Ungerechtigkeit gehen, die die Unterschiede hervorhebt. Es würde um die Krankheit gehen, um die Angst vor der Krankheit gehen, um die Angst vor der Krankheit Krieg und der Krankheit Tod. Es würde um Bonus gehen, um Bonus und um Menschen und um das Leben, und um Bonus und um sein Ziel im Leben. Es würde um Bonus und um dieses Ziel gehen.

Text & Produktion: Clara Sofia Fernández in Kooperation mit Victoria TarakBonus:Aischa-Lina Löbbert, Video: Eva Pisana, Musik: Sascha Hohn

http://www.heidelberg-fotograf.de/raum13_jung_aischa.htm

Clara Sofia Fernández lebt in Köln. Sie ist in Köln geboren, ihre Eltern kommen aus Uruguay. Sofia ist zweisprachig aufgewachsen und ist in beiden Sprachen gleichwohl unterschiedlich beheimatet. Im Rahmen ihres Design-Studiums an der Köln International School of Design hat sie ein Stipendium für einen Auslandsaufenthalt in New York erhalten. Seit ihrer Rückkehr im Juli lebt und arbeitet sie wieder in Köln, unter anderem an der Publikation ihres ersten Buches.

Aischa-Lina Löbbert schloss 2009 ihr Schauspielstudium an der HMT Leipzig ab. Stadttheatererlebnisse hat sie in Dresden und Rudolstadt gesammelt und lebt und arbeitet jetzt frei in Köln wo sie 2012 Nachwuchsschauspielerin des Jahres wurde. Dieses Jahr wird sie dort als Mary Ann in "das ist Esther", in einem Macbeth-Projekt und als Hanna in "Kaltes Land" zu sehen sein. Außerdem spielt sie auch 2013 im Sommertheater auf Thüringer Schlössern und Burgen.

 

cate(s) krieg(t)

Uraufführung/ 26. Oktober 2013, 20.30 Uhr/ raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

Ein Solo für eine Schauspielerin in der Auseinadersetzung mit Sarah Kanes Theaterstück „Zerbombt“. 

Von und mit: Rebecca-Madita Hundt  

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Rebecca-Madita Hundt ist Schauspielerin und Sprecherin. In 2012 wurde sie wegen ihrer herausragenden schauspielerischen Leistung mit dem Kölner Darstellerpreis ausgezeichnet. Sie spielte in Inszenierungen von Rüdiger Pape, Tim Mrosek, Joe Knipp, Ulrike Stöck und Frank Hörner. Regelmäßig arbeitet sie mit Futur3, Freinhandelszone Köln zusammen und spielte unter anderem in der Produktion "Petersburg1", die mit dem Kölner Theaterpreis 2010 und dem Kurt-Hackenberg-Preis 2010 ausgezeichnet wurde.

  

Sindy und Roman: Zuhause in Europa

Uraufführung/ 26. Oktober 2013, 21.15 Uhr/ raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

Sindy und Roman heizen mit ihrem Panda durch Europa von Gig zu Gig. "Unterwegs ins Paradies sind viele, doch nur die, die genau wissen, wann sie wo am meisten zu fressen kriegen, werden den Wettlauf gewinnen." Sindy und Roman jetzt endlich in Köln. Europa aufs Schärfste. Ein Abend, der sich schält wie eine Zwiebel. Roman tanzt. Sindy hüpft. Sie saufen und spielen Ibsen. Eine Revue des Abschieds. Eine Parade der Hoffnung. Ein Gewinn nicht nur für Europa.

Von und mit: René Kalauch und Sabrina Tannen, Musik: Bastian Essinger, Jens Kilz

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René Kalauch, 1986  in Dresden geboren, studierte Regie am Mozarteum Salzburg. Mit seiner Diplominszenierung „Dem Hasen den Kopf abhacken“ nach Motiven von Lewis Caroll schloß er sein Regiestudium 2012 erfogreich ab. Seitdem arbeitete er als Dramaturg am Schlossplatztheater Berlin oder als Regieassistent am Münchner Volkstheater, wo er auch in 2012 die Leitung des Theaterjugendclubs übernahm. Seit 2013 unternimmt er seine ersten Gehversuche als Autor.

Sabrina Tannen, 1980 in Paderborn geboren, arbeitete nach ihrem Abitur einige Jahre als Regieassistentin am Thalia Theater, bevor sie ihre Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg begann. Bereits während des Studiums, arbeitete sie am Theater Augsburg. Es folgten Engagements am Landestheater Linz, Staatstheater Saarbrücken, Theater Bonn und dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Sabrina Tannen lebt in Berlin.

Dank an: Deutzer Autoservice Canli E.K.

 

Wir in Europa

Ausstellung 25., 26., 27. Oktober 2013 / raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

,Wir in Europa“ ist eine Installation, in der sich der Zuschauer auf eine Reise begibt. Ausgehend von der Fragestellung „Was ist Europa für mich?“ erleben die Reisenden Wege durch einen Dschungel aus Antworten. Was macht diese Frage mit jedem Einzelnen? Und was sagen die Stimmen Kölns dazu? Begeben Sie sich mit uns auf die Reise, die Sie am Ende vielleicht sogar zu Ihrer eigenen Antwort führt.

Dramaturgie und Inszenierung: Ann-Kathrin Auditor und Indre Bogdan

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Ann-Kathrin Auditor ist ausgebildete Theaterpädagogin (B.A.) der Fachhochschule Osnabrück. Seit 3 Jahren arbeitet sie als freie Theaterpädagogin in Münster, Köln, Düsseldorf und Umgebung. Erste Schauspiel- und Gesangserfahrungen sammelte sie am Theater Bielefeld. In ihrer Arbeit versucht sie stets, die Möglichkeiten des Theaters und der Musik miteinander zu verbinden. Neben der Arbeit als Schauspiellehrerin an der Nepumuck Schauspielschule für Kinder und Jugendliche in Düsseldorf und der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach, ermöglichen es ihr Projekte auch in der Improvisation, in der gezielten Sprecherziehung, wie auch in die Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der Erwachsenenbildung zu arbeiten. 

Indre Bogdan arbeitet seit vier Jahren als ausgebildete Theaterpädagogin und Schauspielerin in Köln und über Kölns Grenzen hinaus. Von ihrem elften Lebensjahr an, kam sie in den Genuss beim Theaterspiel Facetten und Stärken an ihr neu zu entdecken.  Nach dem Besuch einer Berliner Schauspielschule und der Arbeit als Casting/Regieassistentin/Kinderbetreuerin beim Film (in Köln, München, Nürnberg, Münster) kam Indre 2006 zur Theaterpädagogik und schloss im Jahr 2010 an der FH Osnabrück, das Studium der Theaterpädagogik ( Bachelor of Arts) ab. Bis heute spielt sie gerne Theater und schätzt die Vielfalt des Ausprobierens und immer wieder neu Entdeckens an ihrer Arbeit als Theaterpädagogin. Den Menschen wieder sichtbar werden zu lassen mit allem, was ihn beschäftigt, ihm Raum zu geben, sich zu erfahren, ist ein großer Schwerpunkt ihrer Arbeit.

 

Die sieben Todsünden

Ausstellungsbeginn/ 26. Oktober 2013, 17.30 Uhr/  raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

Warum die Todsünden?

Die Todsünden sind aktueller denn je, nur kommen sie in neuen, modernen Gewändern daher und sind im Alltag der Menschen nach wie vor omnipräsent. In einer Gesellschaft, in der scheinbar nur noch das „Ich-zuerst“ und „haben-wollen-jetzt“ zählt, bleiben Eigenschaften wie Empathie, Respekt und das Schauen über den eigenen Tellerrand zunehmend auf der Strecke. Und das ist der Grundgedanke – die Demaskierung! Die 7 Todsünden in der Definition des 21. Jahrhunderts.

Die sieben Fotografien sind eine Reminiszenz an den großartigen Rembrandt. Dem Meister des Lichts. 

Von: Saskia Clemens, Postproduktion: Daniel Jetten, Kostümdesign: Heike Reul

Saskia Clemens ist Fotografin. Ihre Bilder haben einen szenischen Charakter und spielen gerne mit Details.


JUNG? NA UND! 2014

Vom 24.-26.Oktober 2014 präsentiert raum13 zum dritten Mal das Festival JUNG? NA UND!

Thema: METROPOLIS in Anlehnung an das berühmte Triptychon Die Großstadt von Otto Dix aus dem Jahr 1927/28

Mit dem Beginn des modernen Zeitalters kommt es  zu einer Krise des gesamten Bezugsrahmens. Es ist die Krise einer Gesamtheit von Bezugspunkten, die zur gleichen Zeit gemeinsam ins Wanken geraten: das tonale System in der Musik, das perspektivische System in der Optik, der euklidische dreidimensionale Raum, das alte Geschichtsbild, die Familie und ebenso viele andere Bezugspunkte, die in eine Krise geraten, mit deren Auswirkungen wir uns bis heute beschäftigen. Das Triptychon Metropolis- die Großstadt (1927/28) von Otto Dix (1891- 1969) ist eines der berühmtesten Werke der Weimarer Republik. In seinem Gemälde portraitiert Dix die zentralen Aspekte einer Gesellschaft in Zeiten des Wandels zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Überall entwickelten die Künstler neue Ausdrucksformen, was unter anderem von den Kriegserlebnissen und der zunehmenden Schnelllebigkeit durch Technisierung beeinflusst wurde. Das Bild bietet somit nicht nur eine interessante Basis für reflexive künstlerische Auseinandersetzungen. 

An die hundert Konzepte, zu dem Thema Metropolis, sind aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeschickt. 

Projekte von: Yasha Wang | Dany Handschuh, Levin Handschuh, Marion Schindler, Samuel Penderbayne und Katharina S. Müller | Graf Hartwig zu Frei: Leonie Graf, Benj Hartwig, Nicole Frei und Nuria Höyng | Asuka Riedl

gefördert durch: Kulturamt der Stadt Köln, RheinEnergie Stiftung Kultur, Landschaftsverband Rheinland

Mehr zu den einzelnen Projekten:

Demian

“Während Dix Metropolis expressionistisch abbildet, schreibt Hesse zur selben Zeit mit „Demian“ einen Roman, der an vielen Stellen zwischenmenschliche Konflikte und Gesellschaftskritik metaphorisch darstellt. Beide Werke sind kurz nach dem ersten Weltkrieg entstanden und nehmen autobiographischen Bezug zu dem erlebten Deutschland. Die Künstler verarbeiten auf individuelle Art und Weise Kriegs- und Nachkriegserfahrungen und stellen zusätzlich Vorahnungen über die Folgezeit an.

Gerade Dix zeichnet durch sein Gemälde in der Form des Triptychons die Verletzlichkeit der Gesellschaft, den darauffolgenden Klassenkampf und zukunftsweisend eine Schreckensutopie, die erneut zum Krieg führen könnte. Das Bildnis eines Triptychons spiegelt sich in der Besetzung der drei Darsteller.”

Von und mit: Yasha Wang, Judith Nüßler und Benjamin Schad

Yasha Wang studierte 1995 – 2001 traditionellen chinesischen Tanz und Ballett an der Shanghai Dance School und erhielt 1998 ein Austauschstipendium für Modernen-/Jazz-Tanz von der Hochschule für Darstellende Kunst, Hongkong. 2002 bis 2006 folgte das Studium Zeitgenössischer Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Nach Abschluss des Studiums unterrichtete sie Ballett, Jazz und modernen Tanz an verschiedenen Ballettschulen in Nordrhein-Westfalen. Sie entwickelte eigene choreographische Arbeiten u.a. an der Kölner Philharmonie, Folkwang Musikschule Essen.  2010 war sie Preisträgerin bei „Kinder zum Olymp“ mit dem Education Projekt des Klavier Festivals Ruhr.

Judith Nüßler erhielt 2009 ihr Diplom für Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Vorab absolvierte sie ein Gastsemester in Tanzpädagogik an der Palucca Schule Dresden. Seit ihrem Abschluss in Köln arbeitet sie national und auf internationaler Ebene als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Zeitgenössischer Tanz, Modern Dance und Jazz. Ihr Hauptwerken findet sich jedoch im Tanztheater. 2012 wurde sie nominiert für den Kölner Tanz- und Theaterpreis für das Jugendstück „Schattenriss“ unter der Choreographie und Regie von Britta Lieberknecht. Innerschulisch arbeitete sie mit Massimo Gerardi und absolvierte ihr Praktikum bei Daniel Goldin an den Städtischen Bühnen Münster, anschließend tanzte sie bei Andrea Lucas, Schorsch Kamerun, Konstantin Tsakalidis, u.a.


We built this city
 
“Die Metropole ist eine Stätte der einsamen Masse, in ständiger Rastlosigkeit. Wie kann man in einer Welt, die auf permanenter Bewegung und Kontaktlosigkeit aufgebaut ist, zur Ruhe kommen, zu anderen und überhaupt sich selbst finden?

Das Projekt beschäftigt sich mit der Wahrnehmung einer Großstadt aus der Sicht eines in ihr vereinsamten Individuums, das sich auf der Suche nach Kontakt, Sinn und Wert befindet. Es soll vergegenwärtigt werden, was im Alltag auf der Strecke bleibt, das Einzelne, Kleine gefunden werden, das durch die permanente akustische und visuelle Überforderung und immer wiederkehrende Wiederholung verdeckt wird. Die theatrale Umsetzung sieht eine innerhalb eines festgelegten Raumes frei begehbare Ausstellung verschiedener belebter Bilder vor, die sich mit einer individuellen Hörerfahrung durch sich interaktiv  verändernde Musik aus Kopfhörern verbindet.”

Von und mit: Dany Handschuh, Levin Handschuh, Marion Schindler, Samuel Penderbayne und Katharina S. Müller mit Esther Aust, Hanna Schörken, Iuna Hoffmann, Nadja Berger, Jasmin Joorabschi, Irem Tas, Olga Kruse und Lena Urig

Dany Handschuh studierte Theaterwissenschaft, mit den Nebenfächern Linguistik sowie Literatur- und Kulturwissenschaft, an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie ist Gründungs- und Leitungsmitglied der Studiobühne Erlangen und arbeitet seither als Dramaturgin, u.a. in Titanic (Theater Hof), Die Räuber, Penthesilea und Jeder stirbt für sich allein (Studiobühne Erlangen), 1973Paranoia und Sweeney Todd (Bayerische Theaterakademie), sowie Autorin (Kleine Sünden) und Regisseurin, letzte Inszenierungen u.a. die Stückentwicklungen S.H.O.W. Seit Ende der Spielzeit 2013/14 ist sie Dramaturgieassistentin an der Oper und am Schauspiel Bremen.

Levin Handschuh studierte Theater- und Medienwissenschaften, Philosophie undNeuere Deutsche Literatur in Erlangen, sowie Schauspiel- und Musiktheaterregie an der August-Everding-Akademie in München. Er ist Gründungs- und Leitungsmitglied der Studiobühne Erlangen und arbeitet seither als Regisseur u.a. in Titanic (Theater Hof), 4.48 Psychose, Gletscher, 1973 Paranoia und Alice im Wunderland (Bayerische Theaterakademie). Seit Ende der Spielzeit 2013/14 ist er Regieassistent an der Oper Bremen.

Marion Schindler  erhielt nach ihrem Scenografie-Studium an der Amsterdamse Hoogeschool voor de Kunsten, Theaterschool Amsterdam  Assistenzen bei u.a. Lena Müller und Jan Pappelbaum. Abschlussproduktionen während ihres Studiums waren: Dolores. Een Operaperformance mit Premiere während des Composer´s Festival Amsterdam, Phobia, eine Zusammenarbeit mit Mimespielern und Sounddesignern über das Thema Angst und Een vijand van het volk mit Aufführungen im Frascati-Theater Amsterdam. Seit Ende der Spielzeit 2013/14 arbeitet sie als Ausstattungsassistentin am Theater Bremen.

Samuel Penderbayne studierte Musik am Sydney Conservatory, sowie Komposition bei Prof. Moritz Eggert an der Hochschule für Musik und Theater München. Nach seiner Ankunft in Deutschland wurde er Mitglied des Kapitael Zwei Kolektif und des Breakout-Ensembles. Seither wirkte er an Performances in den Clubs Milla und Strom, im Theaterhaus Jena, der Schaustelle der Pinakothek der Moderne und der WhiteBox in der Kultfabrik mit.

Katharina S. Müller absolvierte ein Studium an der Hochschule für Musik und Theater München in Violine bei Dorothea Ebert und Komposition bei Prof. Moritz Eggert. Inzwischen ist sie als Komponistin und Performerin im szenischen Bereich tätig (Bühnenwerke u.a. Gletscher, 2013, und Alice im Wunderland mit Samuel Penderbayne, 2014). In der Spielzeit 2014/15 arbeitet sie an neuen Werken u.a. für das Londoner „Kreutzer Quartet“ um Peter Sheppard Skærved (Kompositionsaustrag der musica femina München) und den Kinderchor der Bayerischen Staatsoper.

 

Garten Eden

Graf Hartwig zu Frei wünscht sich oft einfach nur einen Moment lang mit bloßen Füßen auf dem Boden zu stehen. Denn viel zu gut wissen wir, wie schnell die unaufhaltsame Zeit wie­der auf uns zu rast, uns am Schopf packt, mitreißt und uns den Boden unter den Füßen weg zieht. Wo sollen unsere Füße jetzt noch Halt finden? Unsere Vision ist es daher, durch einen sich bewegenden Körper in Raum und Musik, aus einer der verlassenen, längst verödeten Werkshallen, des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke, einen fruchtbaren, blühenden, lebenden Garten zu erschaffen. Aus der Werkshalle wird Garten Eden. Ein vermeintlich paradiesischer Ort, der Halt bietet?”

Graf Hartwig zu Frei: Leonie Graf, Benj Hartwig, Nicole Frei und Nuria Höyng

Leonie Graf, geboren 1987 in Meerbusch (NRW). Studiert, nach Hospitanzen und Assistenzen (u.a. bei Julia Hölscher am Schau­spielfrankfurt, Thomas Ostermeier an der Schaubühne am Leh­niner Platz, Klaus Schumacher am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und der Ruhrtriennale), der Teilnahme am Projekt The­atertotal, einem Jahrespraktikum am Theater Rambazamba und einem begonnenen Studium der Volkskunde/Kulturanthropolo­gie und Psychologie an der Universität Hamburg, Theaterregie an der Zürcher Hochschule der Künste unter der Leitung von Sabine Harbeke. Abschließen wird sie ihr Studium voraussichtlich im Ja­nuar 2015. Leonie ist Stipendiatin der Datio Stiftung.

Nicole Frei, geboren 1989 in Oberhof (Schweiz), studierte Sze­nografie bei Thomas Dreissigacker an der Zürcher Hochschule der Künste. Zuvor arbeitete sie zunächst als Praktikantin bei c+f Architekten GmbH, später wirkte sie dort bei Projekten als Teil­zeitangestellte mit. Zurzeit arbeitet Nicole an freien Projekten und im Bereich Bühne am Theater Neumarkt (Nadia Fistarol) in Zürich.

In Ihren bisherigen Arbeiten sind der Körper und die Thematik der Identität, sowie das ortsspezifische Arbeiten zentral. Ihre szenografische Arbeit im freien Theaterprojekt „Plötzlich stehst du da“ wurde mit dem Roman Clemens Preis 2014 ausgezeichnet.

Benj Hartwig, geboren 1988 in Woodland CA (USA), aufgewach­sen in Winterthur, Egg und Bever (CH). Nach 15 Jahren klassischer Geigenausbildung, mehreren Jahren autodidaktischem Lernen von E-Bass, Gitarre, Klavier und diversen Konzerten mit Bands, Kammermusikformationen und Orchestern, nahm er 2010 das Bachelorstudium Jazz Violine bei Chris Wie­sendanger, Tobias Preisig und Reiko Oberhummer an der Zürcher Hochschule der Künste in Angriff.

Nach erfolgreichem Abschluss absolvierte er eine Aufnahmeprü­fung für das Masterstudium Pop/Rock, ebenfalls an der Zürcher Hochschule der Künste mit E-Bass, Gitarre, Sologesang Instru­mental bei Uli Heinzler, Heiko Freund, Tobias Jundt, Rahel Hadorn und Martina Bovet, welches er im Jahre 2014 mit Auszeichnung abschloss.

Als Sänger, Songwriter, Bassist und Bandleader seiner eigenen Projekte „Benjamin Heart“ und „Franka Town Ponypunk“, spielt er außerdem E-Bass, Violine und Gesang in verschiedenen Projek­ten in der Schweiz und im Ausland.

Nuria Höyng, 1989 in Berlin geboren und aufgewachsen. Seit 2002 Training in Kampfkunst, Hip Hop, Jazz und Modern. 2012 Abschluss der dreijährigen zeitgenössischen Tanzausbil­dung in Berlin. Zusammenarbeit mit den Choreographen Norman Douglas, Isabel Gotzkowsky und der Performancegruppe Das Helmi. Präsentatio­nen eigener Arbeiten u.a. auf dem Fusion-Festival in Lärz, Berlin. Festival und im Ballhaus Ost Berlin. Nuria lebt als freischaffende Tänzerin in Berlin.


LudicDrive

“Der Nutzen des menschlichen Sexualtriebes, der ursprünglich zur Selbst- und Artenerhaltung von der Natur geschaffen wurde, hat im Laufe der Zeit einen großen Wandel durchlebt. Er wird durch die Medien als Mittel zum Profit oder in zwischenmenschlichen Beziehungen zum Erlangen von Macht „benutzt“.

Stark verbunden mit den menschlichen Trieben ist die Verdrängung. In der heutigen Konsum- und Erlebnisgesellschaft, in der das Motto „Zeit ist Geld“ gilt, bleibt keine Zeit für Verarbeitungen traumatischer Erfahrungen. Daraus resultierende psychosomatische Folgen sind unter anderem Wiederholungszwänge. Natur gegen die heutige Gesellschaft. Kann das gut gehen?”

von: Asuka Riedl mit: Elsa Loy und Juan José Tirado Pulido

Asuka J. Riedl ist Tänzerin aus Berlin mit deutsch-japanischen Wurzeln. Nach dem Abschluss ihrer Tanzausbildung folgten zahlreiche Kollaborationen mit nationalen und internationalen Tanzkompanien. Dabei tanzte sie auf diversen Tanzfestivals wie Berliner Festspiele, 100Grad Festival Berlin, Tanzwoche Dresden oder Musance.Bühnenerfahrung im Ausland  konnte sie als Teilnehmerin des interdisziplinären Künstler-Residenzprogramms „Maroc Artist Meeting“ in Marrakesh sammeln. Neben ihrer freiberuflichen Tanztätigkeit war Asuka Riedl diesen Sommer an der Staatsoper Hannover engagiert und tanzte im Rahmen des Festivals Tanztheater International. Als Mitbegründerin des Kollektivs „bOa“, mit dem sie auf dem Fusion Festival 2014 zu sehen war, widmet sie sich neben dem Tanzen ebenfalls dem Choreographieren. Mit “LudicDrive“ wird sie das erste Mal ihre Arbeit in Köln für raum13 präsentieren.

Elsa Loy ist Schauspielerin, Choreographin und Tänzerin. Ihre Tanzausbildung erhielt Sie in Berlin und arbeitete seitdem mit Künstlern aus den verschiedensten Disziplinen zusammen, wie zum Beispiel: Jens Reulecke, Creative Lab für Klang und Kunst "Aconica", Noblesse Oblige, Wolfsbühne, Nightmare before Valentine, Ellen Allien, Moon Suk, Dr. Motte, Christina Bohin, Wer ist Jack, Andromeda Mega Express Orchester u.v. a. Zusammen. Zudem nahm sie an der Twente Biennale in den Niederlanden und am Tanztheaterfestival in Erfurt teil und zeigte eigene Stücke auf diversen Bühnen in Deutschland. Elsa Loy lebt und arbeitet in Berlin und ist Gründer und Organisator des Tanztheaterevents "Musance", welches Zeitgenössische Musik und Tanz verbindet.

Juan José Tirado Pulido ist gebürtiger Spanier und begann schon mit jungen Jahren mit Breakdance. Nach seiner Ausbildung für darstellende Künste nahm er an diversen Workshops und Klassen von namenhaften Choreographen in ganz Europa teil. Zur gleichen Zeit war er erfolgreicher Teilnehmer von internationalen  Breakdance Wettbewerben wie IBE, Battle Of The Year, Floor Wars oder Raw Circles. Juan ist außerdem einer der Begründer der experimentellen Breakdance-Gruppe "Frantics" und Mitglied des Kollektivs „bOa“, mit dem er auf dem Fusion Festival 2014  im Theaterhangar zu sehen war. Im Dezember dieses Jahres beginnt Juan die Zusammenarbeit mit dem Choreografen Johannes Wieland für das Staatstheater Kassel.