LAB 1869 ZUKUNFTSWERK STADT_Die Kunst der Freiheit

18.05. & 19.05. 2018 – DIE KUNST DER FREIHIT | Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste | Otto-Langen-Quartier

26.05. - 19:30 Uhr 8000 qm Ausstellung frei begehbar & Dialog „Freiräume“ u.a. mit Prof. Dr. Christof Breidenich, Peter Menke
, Henrik Schulze-Neuhoff, Dr. Bettina Schmidt-Czaia, Benjamin Schad

27.05. ab 12 Uhr Was bedeutet Freiheit?


Im Dialog Jack in the Box, Schule für politische Hoffnung, Kölner Kulturpaten, Odonien, Indiana-Siedlung, X-Süd, gerngesehen, Raum für Bilder, Tag des guten Lebens, WeltFriedAkademie 


Am Samstag, den 26.05. ab 19:30 Uhr war die 8000 qm große Ausstellungsfläche für ca 45 min frei begehbar. Es folgt ein Impuls zum Thema Freiräume von und mit Multimedia-Performancekünstler und Professor für Mediendesign Dr. Christof Breidenich.
Die Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln Frau Dr. Bettina Schmidt-Czaia, der Vorsitzende der Stiftung Die Grüne Stadt Peter Menke, der Opernregisseur Benjamin Schad und Henrik Schulze-Neuhoff, StadtRevue-Kollektivmitglied und Organisator der alljährlich Museumsnacht Köln und des Mode- und Designfestival "le bloc" im Belgischen Viertel werden einen vielstimmigen Dialog auf spannende Art führen. Die Moderation übernimmt Anja Kolacek.
Impuls von Prof. Dr. Christof Breidenich: Retro-Ästhetik – Ein Ruinen-Parcours zur Erhaltung der Zukunft
Wie kann man die Vergangenheit als ehemalige Zukunft fassen um Aussagen über Wahrscheinlichkeiten, Möglichkeiten und Gestaltung aktueller Zukunft zu filtern? Warum sind die meisten von Menschen erhofften und erdachten Zukünfte nicht eingetreten? Was geschieht gegenwärtig mit einer historischen Ruine, die Hochtechnisierung und sozial-ökonomische Revolutionen seit Mitte des 19. Jahrhunderts beispielhaft bezeugt? Das Prinzip der Ruinenkultur – ausgehend von der künstlerischen Praxis seit dem 18. Jahrhundert – soll diese Fragen aus der Perspektive performativer Ästhetik als geführten Parcours beleuchten.

Am Sonntag, den 27.05. widmen sich die Besucher und Spezialist*innen der Frage: Was bedeutet Freiheit? Um 12:00 Uhr trifft sich die Kölner Künstlerszene zur Suppenküche. Dabei sein werden u.a. Claudie Bleier und Gerd Conrads Kölner Kulturpaten e.V., Sebastian Linnerz vom plus Raum für Bilder, Anna Mareen Henke und Georg Blokus von derSchule der politischen Hoffnung, einem Ort der Gemeinschaftsbildung und Wissenssammlung verbunden mit dem Ziel gesellschaftliche Perspektivwechsel anzustoßen. Seine Teilnahme hat ebenfalls Amon Nanz und Martin Schmittseifer, der Geschäftsführer des Vereins Jack in the Box zugesagt. Jack in the Box bietet Arbeitssuchenden in Köln durch kreative Upcycling-Projekte mittels der Verwendung von Seecontainern in der Architektur und der Organisation von kulturellen Veranstaltungen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Um 15:00 Uhr wird Ralf Leppin zwei Projekte vorstellen die Siedlergenossenschaft Kalscheurer Weg eG + Mietergenossenschaft Kalscheurer Weg i.Gr., Köln-Zollstock. Ebenfalls haben sich Jutta Pöstges als Vertreterin von X-SÜD zusammen mit der KAT18-Künstlerin Susanne Kumpel sowie Georg Dietzler des freies rheinland e.V., Odo Rumpf Herz, Geist und Überzeugungstäter des Freistattes Odonien, Martin HerrndorfMitveranwortlicher und Impulsgeber für das colabor, die agora köln und den Tag des guten Lebens sowie Rolf KeTaN Tepel, WeltFriedAkademie als Freiraumspezialisten bereits angekündigt. Tänzer, Schauspieler, Musiker, bildende Künstler, Regisseure, Choreografen, interessiertes Publikum und viele andere sind herzlich eingeladen den Raum mit Musik, Bewegungsformaten, öffentlichen Debatten bis hin zu kulturpolitischen Foren zu füllen. Anschließend gibt es ein Suppenessen für alle.  

Prof. Dr. Christof Breidenich ist Multimedia-Performancekünstler und Professor für Mediendesign an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation sowie Leiter des Master Moduls »Gestaltung 1«, Studiengang Digitale Kommunikation an der Universität der Künste Berlin. 1999 Promotion zum Dr. phil. über Malerei im Zeitalter digitaler Medien bei Prof. Dr. Bazon Brock. Zahlreiche Lehraufträge, internationale Workshops, Multimedia-Performances.

Peter Menke ist Vorsitzender der Stiftung Die Grüne Stadt, die sich zur Aufgabe gemacht hat Debatten zu nachhaltiger und integrierter Stadtentwicklung anzuregen und dabei anstrebt ein stärkeres Bewusstsein für den Wert von Grünanlagen in der Öffentlichkeit und bei Vertretern von Politik und Wirtschaft zu erreichen. Nach mehreren Jahren praktischer Arbeit als Baumschulgärtner und einem Studium des Gartenbaus an der Universität Hannover, führten ihn verschiedene berufliche Stationen zur Marketingberatung und PR. Seit vielen Jahren arbeitet er als Redakteur für grüne Themen bei NED.WORK Agentur + Verlag in Düsseldorf.  

Henrik Schulze Neuhoff ist StadtRevue-Kollektivmitglied und organisiert für die dortige Eventabteilung seit 2014 alljährlich die Museumsnacht Köln und das Mode- und Designfestival "le bloc" im Belgischen Viertel. Zuvor leitete er nach Projekten im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 fünf Jahre lang das Kulturamt seiner kleinen Heimatstadt. Nicht nur privat interessiert sich Henrik Schulze Neuhoff für innerstädtische Freiräume, gemeinschaftliche Bau-/Wohngruppenprojekte und wie (alltägliches) Leben und Kultur zusammen gedacht werden können, ohne das letztere reines Ornament ist.

Benjamin Schad ist freischaffender Regisseur. Studiums in Frankfurt, im Anschluss Spielleiter an der Oper Köln, (u.a. Ring-Gastspiel zur Expo in Shanghai). Mit seiner Inszenierung »The Turn of the Screw« an der Oper Köln erregte er deutschlandweite Aufmerksamkeit, ausgezeichnet mit dem bedeutendem Götz-Friedrich-Preis. Seitdem erarbeitete er im gesamten deutschsprachigen Raum zahlreiche Inszenierungen des Repertoires und viele Ur- und Erstaufführungen (Köln, Berlin, Basel, Luzern, Bern, Osnabrück, Kaiserslautern u.v.a.). Daneben eigene Produktionen im Schauspiel und Zeitgenössischen Tanz. Kennzeichnend für seine Arbeit ist das ständige Hinterfragen und Verbinden verschiedenster künstlerischer Ausdrucksformen. Lehraufträge und Workshops in Maastricht, Wien, Weimar u.a. Zukünftige Produktionen führen ihn über den deutschsprachigen Raum hinaus nach Osteuropa und zu seinem Asien-Debüt mit der Erarbeitung einer Uraufführung in Taiwan.

Dr. Bettina Schmidt-Czaia ist Historikerin und Archivarin. Sie war stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Staatsarchivs Osnabrück sowie ab 2002 Leiterin des Stadtarchivs Braunschweig. Seit 2005 leitet sie das Historische Stadtarchiv Köln. In ihre Amtszeit fiel der Einsturz des Stadtarchivgebäudes am 3. März 2009, den sie als Augenzeugin miterlebte und dessen Aufarbeitung und Folgen sie zu verwalten hat.

Claudia Bleier & Gerd Conrads leiten das Projekt Kölner KulturPaten e.V., das Künstler und Experten aus der Wirtschaft zusammen bringt. Seit der Gründung im Jahr 2003 haben sie bereits ca. 1000 Patenschaften von Wirtschaftsexperten für die freie Kulturszene in Köln vermittelt. Der besondere Reiz des Projektes liegt darin "Menschen zusammenzubringen, die sich sonst wohl nie begegnet wären". Beide Seiten lernen einen für sie bis dahin unbekannten Arbeitsbereich kennen, so entstehen Win-Win -Situationen.

Georg Blokus ist künstlerischer Leiter in der Schule der politischen Hoffnung und hat in Köln Psychologie studiert. Er schreibt wissenschaftliche Artikel für psychologische Fachjournale und Herausgeberwerke. Regelmäßig inszeniert er auch Theaterprojekte und leitet Regie-Workshops für Studenten. Bevor er 2014 die Lektoratsagentur Die Korrekturleser gegründet hat, hat u. a. in der Unternehmensberatung sowie für diverse Kultureinrichtungen als pädagogischer Leiter gearbeitet (studiobühneköln – Theater der Universität, Theaterpädagogisches Zentrum Köln, RheinFlanke Köln u. a.).

Georg Dietzer ist Künstler-Kurator, Netzwerker und Berater für Kulturprojekte. Als nicht institutioneller Kurator und Veranstalter präsentiert er meist spartenübergreifende Projekte, Konzert- und Klangkunstreihen, intermediale Tanzimpro- und Medienkunst. Als sozio-politischer, forschender Konzept-Künstler arbeitet er an der Schnittstelle von Kunst, Natur und Umweltstudien, entwickelt ökologische und gesellschaftliche Zukunfts-Modelle. 1997-2002 arbeitete er in beratenden Gremien für Deutsche und Europäische Kulturpolitik, war Gastprofessor am San Francisco Art Institute, an der privaten Nordic Art School in Finnland, hat Studiengänge für Kunst, Naturwissenschaften und Journalismus entwickelt.

Anna Mareen Henke lebt und arbeitet als Dramaturgin in Köln. Zusammen mit Georg Blokus und anderen Freiwilligen engagiert sie sich für die Schule der politischen Hoffnung, die ein Ort der Gemeinschaftsbildung und Wissenssammlung ist, verbunden mit dem Ziel gesellschaftliche Perspektivwechsel anzustoßen. Neben progressive Gesellschaftsdebatten finden dort Vorträge, Lesungen, Filme, Konzerte, Workshops, Exkursionen und politische Aktionen statt. keine Kurzvita zur Person gefunden

Martin Herrndorf ist Projektentwickler und Mitbegründer von COLABOR Raum für Nachhaltigkeit, einem Coworking Space, Veranstaltungsraum und Anlaufpunkt für die Nachhaltigkeitsszene in Köln. Er berät Gründer, Unternehmen und Organisationen bei sozialen Innovationen. Davor hat er die Projektsteuerung und das Fundraising bei der Agora Köln u.a. beim „Tag des guten Lebens: Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit“ übernommen. Weiterhin war er als Berater, Moderator und Workshop Organisator u.a. für KölnAgenda e.V. und die Universität Wuppertal tätig. 

Ralf Leppin ist im Vorstand der Mietergenossenschaft Kalscheurer Weg eG in Köln-Zollstock tätig, die ein Vorverkaufsrecht für die städtebauliche Erweiterung der Indianersiedlung am Kalscheurer Weg erhalten hat. Ziel des Wohnprojekts ist es sozialen und inklusiven Wohnraum für die auf dem Wohnungsmarkt besonders Benachteiligten zu schaffen. Das Projekt wird gemeinsam mit künftigen Bewohnern weiterentwickelt und umgesetzt. Bis Herbst 2018 muss die Mietergenossenschaft zwei Millionen Euro einsammeln, um der Stadt Köln das Grundstück abzukaufen, andernfalls fällt das Areal an den Meistbietenden.

Sebastian Linnerz ist selbstständiger Grafikdesigner und Fotograf in Köln. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Köln (1981–1985) arbeitete er bei verschiedenen Werbeagenturen, bevor er sich 1988 selbstständig machte. Er entwirft Plakate, Buch- und CD-Cover, Broschüren und Veranstaltungsdesign, u.a. für den WDR, Deutschlandradio und amnesty international. Seit 2014 zeigt er in seinem Projektraum »plus Raum für Bilder« im Kölner Agnesviertel vier Ausstellungen pro Jahr mit Fotograf*innen und Künstler*innen aus dem Kölner Raum.

Jutta Pöstges konzipierte und entwickelte mit Claudia Hoffmann zusammendas Kunsthaus X-SÜD, welches Berührungspunkte zwischen Akteuren schaffen möchte, die sich unter normalen Umständen nicht begegnen. Ziel ist es Kunst in das Kölner Stadtquartier Parkstadt Süd zu bringen und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen professionelle Arbeitsbedingungen für Künstler mit und ohne Assistenzbedarf entstehen zu lassen. Das Kunsthaus X-SÜD ist gedacht als eine Spielfläche für gesellschaftliche Transformation. Die Initiatoren und Akteuren möchten für das neue Quartier inklusive Strukturen etablieren, inklusive Praktiken entwickeln und inklusive Kulturen schaffen.

Odo Rumpf ist seit dem Abschluss seines Maschinenbaustudiums an der RWTH Aachen und seinem Kunststudium hauptberuflich als Künstler tätig. Als Metallbildhauer fertigt er Skulpturen, kinetische Großobjekte, Rauminstallationen und Medienskulpturen aus Industriefundstücken und Stahl. Eins seiner bekanntesten Objekte ist der Solarvogel an der Kölner Rheinpromenade, für welchen er 1997 mit dem Europäischen Solarpreis Kunst ausgezeichnet wurde. In Mitten von Köln-Ehrenfeld hat er mit dem Freistaat Odonien eine einzigartige Verbindung aus Freiluftatelier, Werkstatt, Veranstaltungsort und Kulturzentrum geschaffen.

Martin Schmittseifer ist diplomierter Sozialarbeiter, Gründer und Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins Jack in the Box, der Menschen durch Projekte wie eine Wiederverwertungswerkstatt in den Berufsalltag zurückführen will. Durch das Upcycling ehemaliger Seecontainer und ihrer Verwendung in der Architektur, das Arbeiten im Metall- und Holzhandwerk sowie im Bereich der Veranstaltungsorganisation erhalten Beschäftigungssuchende die Möglichkeit Handwerk mit Kreativität und Kommunikation zu verbinden.