LAB 1869 ZUKUNFTSWERK STADT_Die Kunst der Transformation

19. Mai 2018 | Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste Otto-Langen-Quartier

Am Samstag, den 19.05., erfolgte um 19:30 Uhr eine Stille Führung durch die ehemaligen KHD-Werke. Im Anschluss stellte der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Prof. Dr. Walter Buschmann erfolgreiche Transformationen von Industrieanlagen vor. Im Dialog mit der Schulleiterin eines Leverkusener Berufskollegs Thea Kuhs und dem Architekten und Stadtplaner Christian Schaller wurden verschiedene Blickwinkel aufgeblättert und Aspekte von Bildung, Architektur, Geschichte und Theater in Zusammenhang gebracht.

Am Sonntag, den 20.05. begannen wir um 12:00 Uhr mit einer Führung. In einem persönlichen Rahmen wird sowohl die Geschichte des faszinierenden Gebäudekomplexes der ehemaligen Klöckner Humboldt Deutz Werke erlebbar, als auch die Entwicklung hin zum heutigen raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste durch die Arbeit von Anja Kolacek und Marc Leßle. Um 15:00 Uhr folgte eine Diskussion mit dem stellvertretenden Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln Thomas Thorausch, mit Dr. Hanna Hinrichs, der Projektmanagerin der Landesinitiative StadtBauKultur NRW, und der Schulleiterin Thea Kuhs zum Thema: Wie können Erinnerungsräume zu einer gelungenen Stadtentwicklung beitragen? Die Moderation übernimmt Judith Behmer

Prof. Dr. Walter Buschmann ist Kunsthistoriker und Denkmalpfleger sowie außerplanmäßiger Professor an der RWTH Aachen. Von 1980 bis 2014 war er als Referent des LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland tätig. Prof. Walter Buschmann wird bei der Dokumentation und der Erstellung der Datenbank beratend unterstützen.

Thea Kuhs ist seit 2003 Schulleiterin des Berufskollegs Opladen mit derzeit 2200 Schülerinnen und Schülern. Sie studierte katholische Religionslehre und Mathematik für Lehramt (Sekundarstufe II) in Münster. Nach einer Tätigkeit an diversen Berufskollegs arbeitet sie seit 2001 am Berufskolleg Opladen. In den letzten 20 Jahren war sie im Vorstand des Verbandes der Lehrer*innen an Berufskollegs in NRW tätig und ist bis dato im Vorstand des Bundesverbandes der Lehrer*innen an beruflichen Schulen aktiv.

Thomas Luczak ist Dipl. Ingenieur und Inhaber des Architekturbüros Luczak Architekten in Köln. Nach einem Studium an der RWTH Aachen und einem Studienaufenthalt in Bologna arbeitete er in verschiedenen Archikturbüros, bevor er 1990 zusammen mit Klaus Jürgensen sein eigenes Arichitekturbüro gründete. Seit 1997 führt er das Büro Luczak Architekten in Köln-Ehrenfeld. Zahlreiche Ehrungen und Preise erhielt sein Büro, u.a. den Mipin Award Refurbishment 2016, die Auszeichnung NRW.wohnt / Wohnen an ungewöhnlichen Orten 2008 und die Besondere Anerkennung Deutscher Bauherrenpreis 2008. "Die große Herausforderung besteht darin, im Vorgefundenen das Potenzial für Zukünftiges zu entdecken."

Christian Schaller ist Inhaber, Architekt und Stadtplaner bei Schaller Architekten Stadtplaner BDA in Köln. „Ob Wohnung, Siedlung Arbeitsplatz, Schule, Kindergarten, Stadtplatz, immer versuchen wir mit unserer Planung Brücken zu schlagen, neuen Lebensraum schonend zu erschließen, wenn möglich Vorhandenes einzubeziehen. Bauen bedeutet Veränderung, manchmal Umbruch. Sie sollte als Bereicherung und nicht als Verlust wahrgenommen werden. Nach unserem Architektur- und Planungsverständnis gehört dazu der intensive Diskurs mit Auftraggeber oder Nutzer und die Rücksicht auf das natürliche und soziale Umfeld.“

Judith Behmer ist Diplom Psychologin und arbeitet in der Medien- und Kulturforschung. Sie ist Mitglied der Geschäftsführung des rheingold instituts. Ehrenamtlich ist sie Mitbetreiberin der LABOR Projektgalerie am Ebertplatz in Köln, eines unabhängigen Ausstellungsraumes für zeitgenössische Kunst, in dem regelmäßig Ausstellungen in den Bereichen Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Film aber auch Performances, Aktionen, Inszenierungen, Konzerte sowie Lesungen stattfinden.

Dr. Hanna Hinrichs ist als Projektmanagerin bei der Landesinitiative StadtBauKultur NRW in den Themenfeldern Wir-Urbanismus und StadtGespräche aktiv. In ihren beruflichen Stationen nach dem Architekturstudium – als wissenschaftliche Mitarbeiterin am KIT Karlsruhe, bei der Erarbeitung des Kulturkonzeptes der Stadt Karlsruhe und als Geschäftsführerin des Architekturschaufenster e. V. Karlsruhe – bewegte sie sich stets an der Schnittstelle von Kultur und Stadtentwicklung.

Thea Kuhs Studium der katholischen Religionslehre und Mathematik in Münster für Lehramt SekII. Seit 2003 Schulleiterin des Berufskollegs Opladen(Bündelberufskolleg mit derzeit 2200 Schülerinnen und Schülern) in den letzten 20 Jahren im Vorstand des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs NRW tätig, davon über 12 Jahre als stellvertretende Vorsitzende bis November 2017, seit über 16 Jahren im Vorstand des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen als Schriftführerin ( Neu BvLB bis 2022). 

Thomas Thorausch ist seit 1996 stellvertretender Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln. Er arbeitete nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Amerikanistik an der Freien Universität Berlin als Regieassistent und Dramaturg in Essen, Köln und Regensburg sowie bei diversen freien Theaterproduktionen in Nordrhein-Westfalen. Daneben war er als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter für die Deutsche Akademie des Tanzes, das Deutsche Tanzarchiv Köln sowie für das Historische Archiv der Stadt Köln (Projekt „Dokumentation des Kölner Kulturlebens nach 1945“) tätig.

Bis zum 3. Juni 2018 werden bei unserer transdisziplinären Werkstatt Spezialist*innen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Politik und Bürgerengagement mit dem Publikum zusammen kommen, um gemeinsam zu der thematischen Schwerpunktsetzung Kunst & Quartier die Skizze einer Stadt-Utopie programmatisch sichtbar zu machen. Gemeinsam soll so unsere zukünftige Lebenswelt im Herzen des interessantesten Entwicklungsgebietes, des Otto-Langen-Quartiers, in Köln gestaltet werden. In Einbeziehung der 1869 beginnnenden Geschichte der Gasmotoren-Fabrik DeutzAG als Leuchtturm der Innovation mit Erfindung des sog. Ottomotors und der späteren Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke, entstehen während der nächsten Werkstatt-Wochen Ideen und konkrete Vorschläge zur Stadtraumentwicklung des Geländes, die aufeinander aufbauend Woche für Woche weitergedacht und entwickelt werden. Grundlegende Fragen sollen aus verschiedensten Blickwinkeln offen betrachtet werden: Wie wollen wir in Zukunft gemeinsam leben? Und wie sähe eine Stadt aus, die sich aus der Kraft der Kunst stetig neu entwickelt und in der das menschliche Miteinander Mittelpunkt und Maßstab bildet?