TAG DES OFFENEN DENKMALS

  • Foto Mlheimer Nacht.jpg

09. September 2017 | raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste 

Reservierung empfohlen – info@raum13.com – begrenzte Teilnehmerzahl

Führung & Diskussion mit: Prof. Dr. Walter Buschmann, Anja Kolacek und Marc Leßle


Wo in den 1860ern die Wiege des Ottomotors stand und die Weltmotorisierung ihren Ausgangspunkt fand, findet man heute das raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste. Ein innovatives Stadtkunstprojekt im rechtsrheinischen Köln changierend zwischen Stadtgeschichte und Stadtentwicklung. 

1864 gründete Nikolaus August Otto zusammen mit Eugen Langen in der Servasgasse hinter dem Hauptbahnhof die erste Motorenfabrik der Welt. Nach der Verlagerung an die Deutz-Mülheimer-Straße wuchs dort seit 1869 aus bescheidenen Anfängen ein Weltunternehmen heran. Hier wurde 1876 von Otto der Viertakt-Motor erfunden. Hier wirkten Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und Ettore Bugatti. Hinter dem Sozial- und Verwaltungstrakt an der Straße entwickelt sich ein beeindruckender Komplex heute noch ruinöser Werkshallen, die nach den aktuellen Planungen weitgehend erhalten bleiben sollen. Das Denkmal gehört zur Via Industrialis, die seit März 2015 Orte zur Kölner Industriegeschichte im Internet präsentiert.
 
Seit 2011 erwecken Anja Kolacek und Marc Leßle mit Ihren Iszenierungen die alte Industriebrache des einstigen Weltkonzerns Klöckner-Humboldt-Deutz zu neuem Leben und machen sie so zu einer der aufregendsten Kulturstätten Kölns. Die Transformation dieses Stadtraums über Generationen hinweg ist beispielhaft für die Umwälzung unserer Gesellschaft und steht im Fokus der künstlerischen Arbeiten von raum13 Kolacek & Leßle. Schichten der Vergangenheit werden freigelegt und in ständig neue Bezüge zur Gegenwart und zu zukünftigen Entwicklungen gesetzt. 

Das raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste ist ein rizomathischer Ort für experimentelle und politische Kunst sowie Schnittstelle von Theater, Tanz, Performance, Musik, Medien und Bildenden Künsten. Zugleich wird aber auch ein Diskurs-Raum geschaffen, in dem über gesellschaftliche, politische und kulturelle Tendenzen und Möglichkeiten diskutiert werden kann.